PM: Stand der Bauarbeiten zum Bau des vorsorgenden Hochwasserschutzes am Rossmannsbach in Nordhausen-Ost

Nordhausen (psv) Über den Fortschritt der Arbeiten zum vorsorgenden Hochwasserschutz und naturnahe Entwicklung des Gewässers Roßmannsbach informiert jetzt Kerstin Windisch vom Gewässerunterhaltungsverband „Harzvorland“, als Auftraggeber der Maßnahme, die mit europäischen Fördermitteln vom I. Quartal 2008 bis II. Quartal 2008 ausgeführt wird.

Das Vorhaben gliedere sich in elf Teilmaßnahmen  entlang der Strecke  zwischen der Mündung des Roßmannsbaches in die Zorge, im Bereich der Kläranlage Nordhausen, bis zu den Meyer’schen Teichen in der Windlücke. Davon dienen  4 Maßnahmen dem Hochwasserschutz, eine der Infrastruktur und 6 Maßnahmen werden im Rahmen der Renaturierung ausgeführt. 

Der Bau der Drosselbauwerke in  den drei Rückhaltebecken an der Leimbacher und Bielener Straße sei bereits beendet. “Gemäß den Berechnungsgrundlagen müssen 40.000 Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden. Da innerhlb einer Fläche keine vollständige Rückhaltung erfolgen konnte, wurde die Rückhaltung auf drei Flächen aufgeteilt”, erklärte Heiko Maulhardt vom beauftragten Ingenieurbüro Meinecke.

Die Arbeiten zum Bau des Rückhaltebeckens 2 an der Ostrower Straße mit einem Rückhaltevolumen von ca. 23.000 m³ seien  ebenfalls fast abgeschlossen, und am Becken 3 entlang der Bielener Straße werde zurzeit gearbeitet, informiert sie.  Die Vollsperrung der Bielener Straße machte sich hier wegen der Erneuerung des Durchlasses in der Bielener Straße notwendig. Da diese Arbeiten auf Grund der Leitungsumverlegung und Bauwerksgründung sehr umfangreich seien, habe man eine Bauzeit von 6 Wochen eingeplant, so Maulhardt.

In der nächsten Woche ab dem 21. April beginnen ebenfalls die Erdarbeiten zum Aufbau des Beckens 1 an der Leimbacher Straße Richtung Himmelgarten und zur Errichtung des Rad-Gehweges von Nordhausen nach Himmelgarten – ein Gemeinschaftsvorhaben mit der Stadt Nordhausen. „Noch im April soll dann der Rossmannsbach naturnah bepflanzt werden. Trotz der ungünstigen Wetterlage, die gerade die Erdarbeiten sehr erschwert hat, befinden sich die Arbeiten im Zeitplan,“ so Frau Windisch. Ebenfalls in das Projekt eingebettet, sei der Bau einer Fußgängerbrücke über den Rössingsbach hinter dem Netto-Markt im Wohngebiet „Töpfer- und Handwege“.

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie schreibe vor, dass neben einer ganzheitlichen  Entwicklung und Bewirtschaftung der Gewässer auch der vorsorgende Hochwasserschutz in  Maßnahmen integriert werden muss, um Hochwasserschäden zu reduzieren oder von vornherein auszuschließen, so  Frau Windisch. „Dies bedeutet auch, dass bei Vorhaben nicht nur das betreffende Gewässer selbst betrachtet werden muss, sondern das gesamte Gewässersystem (insbesondere beim Hochwasserschutz) in die Betrachtung und Beurteilung eingeschlossen werden muss, so auch bei diesem Vorhaben.“

Der Rossmannsbach fließt östlich der Kläranlage Nordhausens in die Zorge, ein Gewässer I. Ordnung. Für die Zorge gilt ein amtlich festgestelltes Überschwemmungsgebiet, das sich in diesem Bereich auf einer Breite von ca. 2 Kilometern von der B80 bis zur Ortslage Sundhausen und weiter bis zur Ortslage Windehausen erstreckt. Der Rossmannsbach, aber auch die Zorge befinden sich in einem Hochwasserentstehungsgebiet.

Ein Ziel einer ganzheitlicher Hochwasservorsorge ist es deshalb, bereits in den Oberläufen der Gewässer, Oberflächenwasser zurück zu halten und gedrosselt abzugeben, um in den stark beanspruchten Unterläufen, regionaler Bereich zum Beispiel um die Ortslage Windehausen und überregional wie Unstrut, Saale oder Elbe den Hochwasserschutz zu verbessern, “das Wasser muss im Gegensatz zur Vergangenheit dort zurückgehalten werden, wo es anfällt”, so Frau Windisch

„Mit dem Rückhalt von ca. 40.000 m³ trägt diese Hochwasserschutzmaßnahme örtlich aber auch überregional hierzu bei. Aus diesem Grund förderte der Freistaat Thüringen in den letzten Jahren gezielt solche nachhaltigen Hochwasserschutzmaßnahmen, wie z. B. auch das Vorhaben an der Gumpe. Das Vorhaben Roßmannsbach ist das erste Vorhaben, welches unter den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie bewertet und umgesetzt wird”, so Kerstin Windisch.